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Klimaschutz und Schifffahrt

Die Schifffahrt ist mit über 2% an den weltweiten CO2-Emissionen beteiligt und trägt daher erheblich zur Aufheizung der Erdatmosphäre bei. Viele der großen Ozeanschiffe für den Waren- und Personenverkehr fahren oft mit dem schmutzigsten und billigsten Schweröl. Die Abgase tragen damit erheblich zur städtischen Luftverschmutzung bei - nicht nur in den großen Hafenstädten, sondern auch mit Tourismusbooten, wie z.B. in Berlin.

Seit Jahrzehnten hat sich die internationale Schifffahrt geweigert, ihren notwendigen Klimaschutzbeitrag zu erbringen. Den 1997 in Kyoto vereinbarten Auftrag, Klimaschutzbeiträge der internationalen Schifffahrt zu schaffen, wurde so gut wie nicht eingehalten.

Nun gab es letzte Woche einen Durchbruch auf der Vollversammlung der UN-Schifffahrtsorganisation IMO in London. 170 Länder einigten sich darauf, den Ausstoß von Treibhausgasen im weltweiten Schiffsverkehr bis 2050 zu halbieren. Nur die USA und Saudi-Arabien stimmten dagegen.

Auch wenn das Ziel der Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 für einen wirklichen Klimaschutz unzulänglich ist, so wird der Beschluss dennoch eine enorme Kraft für die Entwicklung und Markteinführung von Nullemissionsantrieben entfalten. Am Ende kann eine viel schnellere Durchdringung der Schifffahrt mit Nullemissionsantrieben stehen, da sich neue Technologien, wenn sie ökonomische Vorteile zeigen, schneller durchsetzen als die vereinbarten Emissionsreduktionspfade vorgeben. 

In Norwegen z.B. gibt es die ersten elektrisch mit 100% Ökostrom betriebenen Autofähren. Nach dem ökonomischen Erfolg der ersten E-Fähre sollen nun 50 weitere gebaut werden. 

Sogar große Fährschiffe können auf elektrischen Betreib umstellen. Die schwedische Reederei Stena-Line will schon im Sommer eine erste Fähre zwischen Frederikshavn und Göteborg elektrisch betreiben.

Doch elektrische Antriebe werden nicht die einzige Option sein. Große Lenkdrachen wie z.B. von Skysails können nun endlich den Durchbruch für Windantriebe schaffen.

Auch neue synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff, erzeugt z.B. aus Überschussstrom von Wind-und Solaranlagen werden erheblich beitragen. Eine neue Studie der finnischen Universität in Lappeenranta (LUT) hat untersucht welche dieser CO2-freien Treibstoffe und Techniken auch ökonomisch eine Chance haben werden. Wasserstoff in Brennstoffzellen wird dabei als besonders erfolgreich eingeschätzt. 

Biokraftstoffe, wenn sie denn wirklich nachhaltig erzeugt werden, wie z.B. Jatropha-Anbau auf semi-ariden Flächen können ebenfalls einen wichtigen Beitrag liefern.

Nun sind Reeder, Finanzgeber und Politiker gefordert, die IMO-Beschlüsse rasch umzusetzen und eine schnelle Marktdurchdringung für alle CO2-freien und CO2-neutralen Antriebstechnologien in allen Bereichen der Schifffahrt umzusetzen. Dann kann die Schifffahrt auch weit vor 2050 emissionsfrei werden und nicht nur eine Halbierung der Emissionen nach IMO-Ziel bis 2050 schaffen.  

 

Hammelburg, den 18. April 2018

Ihr Hans-Josef Fell


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