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SNEC zeigt: Die PV-Industrie hat längst ihren Schwerpunkt in China

Gestern ist eine der größten PV-Messen der Welt, die SNEC 2017 in Shanghai erfolgreich zu Ende gegangen.

Auf etwa 180.000 Quadratmetern Fläche haben über 1.500 Solarfirmen die große Vielfalt der PV-Anwendungsmöglichkeiten und das überwältigende Industriepotential gezeigt. Über 220.000 Besucher drängten sich in den riesigen Hallen der Messe in Shanghai. Zum Vergleich: die ehemals größte PV-Messe der Welt, die Intersolar in München hatte 2016 „nur“ 1.063 Aussteller auf 44.000 Quadratmetern Ausstellerfläche und etwa 45.000 Besucher. Deutlicher kann der von den Regierungen Merkel/Rösler/Gabriel verordnete Niedergang der PV im ehemals führenden Solarland Deutschland nicht dokumentiert werden. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die am 31. Mai ihre Pforten öffnende Intersolar 2017 in München wieder an Bedeutung zunimmt.

Doch China wird sich die führende Rolle bei Erneuerbaren Energien nicht mehr nehmen lassen. Ein neuer Report von Greenpeace beleuchtet, dass in China 782 Milliarden US Dollar bis 2030 in Erneuerbare Energien investiert werden.  Die so entstehenden über 7 Millionen direkten und indirekten Arbeitsplätze werden einen wesentlichen Beitrag zur Armutsbekämpfung in China leisten. Die Luftverschmutzung wird wirksam bekämpft und China wird damit wohl einen der größten Beiträge zum globalen Klimaschutz leisten.

In meiner Rede auf der SNEC 2017 beim Global Solar Leaders Dialog hob ich diese Bedeutung Chinas heraus und beleuchtete, dass der Beitrag Chinas für die Weltentwicklung der Solarwirtschaft herausragend ist. Im hervorragend von Tomasz Sluzars, SolarPV TV, moderierten Global Solar Leaders Dialog gaben viele CEOs der größten Solarunternehmen sehr positive Aussichten zur weiteren Entwicklung ihrer Unternehmen und der weltweiten Solarwirtschaft insgesamt.

Beeindruckend war auch, dass auf der SNEC das Thema Agro-PV, also die Verbindung von Landwirtschaft unter den Modulen eine zunehmende Rolle spielt. Ackerbau, Geflügelhaltung im Freilauf, Fischzucht und Gemüseanbau werden in China zunehmend mit den Synergien (z.B. Schattenwirkung der PV-Module) genutzt, wogegen Bauernverband und Bundesregierung die Agro-PV in Deutschland weiterhin blockieren.

Die Chinesen haben verstanden, dass PV Freiflächenanlagen keine Versiegelung der Landschaft ist, wie es in Deutschland immer noch vielfach argumentiert wird, sondern einen Doppelnutzen vom Acker bringt: Solarstrom und Feldfrüchte für Nahrung und Biokraftstoffe – und dies sogar in besonders trockenen Gebieten wie Wüstenrändern, wo vorher kaum Landwirtschaft möglich war. Damit schafft die Agro-PV in China nicht nur Nullemissionsstrom, sondern über die Wiederbegrünung von degradierten Flächen auch aktive Kohlenstoffsenken. So wird bereits heute an der Vision der Abkühlung der Erde gearbeitet, wie sie auch Leonardo DiCaprio auf der E-Mobil Präsentation von BYD Anfang der Woche forderte. 

 

Shanghai, den 21. April 2017

Ihr Hans-Josef Fell

 


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