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Eindrucksvolles Projekt in Ecuador zeigt Weg zur nachhaltigen Ölgewinnung aus Jatropha

Am 22. März wurde von der Alliance for Rural Electrification (ARE) das Projekt 100% Erneuerbare Energie Hybrid System auf der Galapagosinsel Floreana und Herstellung von Jatrophaöl auf dem Ecuadorianischen Festland in Manabi zum besten Off-Grid Projekt in der Kategorie „Internationale Organisationen“ in Lissabon ausgezeichnet. Soraya Villaroya vom Inter-American Institute for Cooperation on Agriculture (IICA) und Dr. Georg Gruber von Vereinigte Werkstätten für Pflanzenöltechnologie (VWP) nahmen den Preis stellvertretend für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH entgegen.

„Die Galapagosinseln sind ein lebendes Labor, bei dem sowohl die Umwelt- und Klimarisiken aus der direkten Nutzung von Erdöl zur Stromerzeugung, als auch die Wirksamkeit der technischen Lösungen hierzu unmittelbar sichtbar und ungeschminkt auf dem Prüfstand stehen. Der Einsatz von reinen Pflanzenölen als Energiespeicher und Regelenergie im Stromerzeugungsverbund mit Photovoltaik, Wind, Batterie ist dabei eine Blaupause und realistische Option nicht nur für die ca. 80.000 bewohnten Inseln der Erde, sondern auch für 1,4 Milliarden Menschen in entlegenen Gebieten Afrikas, Lateinamerikas und Asiens, die keinen Zugang zu öffentlicher Stromversorgung haben“, so Georg Gruber.

Von 2012 bis 2015 hat das Projekt ENERGAL Ecuador dabei unterstützt, ein Erneuerbare Energien Konzept für die Inseln Floreana und Isabela zu entwickeln, das vollständig auf den Einsatz fossiler Kraftstoffe verzichten kann. Im Fokus standen dabei, auch den Dieselkraftstoff für die Stromgeneratoren durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Dazu wird die Jatropha Ölpflanze kultiviert, die in Ecuador beheimatet ist und auf semi-ariden Gebieten ohne Konkurrenz zu Regenwald oder Nahrungsmittelproduktion wächst. Eine mobile Ölpresse gewinnt das Pflanzenöl für die Galapagosgeneratoren, mit dem sich Bauern einen Zusatzerlös erwirtschaften können.

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass eine wirtschaftliche Nutzung von Ölpflanzen zur Substitution von fossilen Ölen möglich ist. Nicht nur, dass durch den Anbau der Ölpflanzen auf bisher ungenutzten Flächen Kohlenstoffsenken organisiert werden und so Kohlenstoffdioxid aus der Luft dauerhaft gebunden wird. Auch bieten er eine Chance zur nachhaltigen Energiegewinnung und Armutsbekämpfung für die Menschen, die von den Folgen des Klimawandels mit am meisten betroffen sind. Somit kann die Nutzung der Ölpflanzen gerade in den Herkunftsländern zur Bekämpfung von Fluchtursachen wie Klimawandel und Ölkriegen beitragen.

Die europäische Umweltpolitik scheint diesen wichtigen Zusammenhang bis heute nicht verstanden zu haben. Sie sieht keine Chance in einem nachhaltigen Anbau von Ölpflanzen und steht so der wichtigen Entwicklung zur Armutsbekämpfung, Minimierung der Erdölabhängigkeit und dem Klimaschutz im Wege.

 

Ihr Hans-Josef Fell

 

 

 


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