B 26 neu: „Kostet mehr, nutzt weniger und zerstört über 300 ha Kulturlandschaft“
Bundesverkehrsministerium antwortet auf Kleine Anfrage
MdB Hans-Josef Fell und die Grüne Bundestagsfraktion haben jetzt die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf die Kleine Anfrage zum Planungsstand bei der B 26 neu erhalten. Die Antwort aus dem Hause Ramsauer in einem Satz zusammengefasst meint Fell: „Die B26 neu kostet mehr und nutzt weniger als geplant, und sie würde über 300 ha Kulturlandschaft zerstören, nämlich 60 ha Wald und 250 ha Ackerland.“ Auf die 35 Fragen hat Grünen-MdB Fell zum Teil recht knappe und oft wenig aussagekräftige Antworten erhalten. So zum Beispiel, warum die B 26 neu als Bundesstraße ausgewiesen sei: „Dies entspricht ihrer Funktion im Bundesfernstraßennetz, auch wenn sie autobahnähnlich ausgebaut sein wird.“ Oder auf die Frage nach dem Zeitplan: „Die Gesamtplanungszeit und die zeitliche Disposition einer Finanzierung kann zum derzeitigen Planungsstand noch nicht verlässlich genannt werden.“
Etwas präziser waren da schon die Angaben zu den Gesamtkosten. Mit Stand 2010 werden diese bereits auf 500 Millionen Euro geschätzt, gegenüber noch 380 Millionen Euro in 2003, mithin eine Kostensteigerung von über 30 Prozent. Dazu kommen noch Grunderwerbskosten von ca. 44 Millionen Euro. Fell: „Projiziert auf einen möglichen Baubeginn in ca. 8 bis 10 Jahren ist schon auf Basis der eigenen Schätzungen des Ministeriums mit Sicherheit von Gesamtkosten inklusive Grunderwerb von rund 700 Millionen Euro auszugehen.“
Und die Verkehrsprognosen mussten nach unten korrigiert werden. War in der Prognose für den „Planfall 3 (Mittelkorridor - vollständige Realisierung mit Anbindung Lohr)“ noch von bis zu 43.500 Fahrzeugen pro Tag gerechnet worden, so musste dies nun auf unter 40.000 Fahrzeuge pro Tag nach unten korrigiert werden. Fell: „Und selbst dabei wird noch sehr ‚optimistisch‘ von einem Zuwachs an zugelassenen Fahrzeugen trotz abnehmender Bevölkerung ausgegangen.“ Als „entlarvend“ bezeichnet Fell auch die abschließenden Angaben zur Streckenlänge. War sonst stets von 46 Kilometern zu lesen, wird jetzt von 49 Kilometern ausgegangen. Grünen-MdB Fell: „So ist sicher, dass die Abkürzung durch Würzburg in jeder Fahrtbeziehung zwischen A3 und A7 kürzer bleiben wird, als eine Fahrt über die B 26 neu. Und wer von der A7 auf die A 81 will hätte über die B26n in etwa die gleiche Strecke zu fahren, wie über das Biebelrieder Kreuz und die A3.“
Hans-Josef Fell: „Spätestens mit den jetzigen Antworten müsste auch dem letzten klar sein, dass die B 26 neu extrem teuer, von geringem Nutzen und eine enorme Naturzerstörung wäre.“
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