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  • IEA korrigiert Projektionen für Wind- und Solarausbau nach oben
  • Biokohle: Ein wichtiger Beitrag zur Lösung der Nahrungsmittelknappheit und zum Klimaschutz 

IEA korrigiert Projektionen für Wind- und Solarausbau nach oben 

Mit ihren korrigierten Projektionen reagiert die IEA nun auf die kritische Studien der EWG, wonach die IEA in den letzten Jahren nur Fehlprognosen gemacht und die Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren Energien vollkommen unterschätzt hat. Nun kann niemand mehr behaupten, Erneuerbare Energien könnten nicht schnell genug ausgebaut werden, um konventionelle Energien zu ersetzen.

Die Prognosen der IEA sind eine der wichtigsten Informationsquellen für Politik und Investoren. Durch jahreslanges Unterschätzen des Ausbaus hat die IEA somit zur negativen Stimmung in der Branche beigetragen.

Im November erscheint der nächste World Energy Outlook der IEA. Wahrscheinlich werden Erneuerbaren Energien sogar noch schneller wachsen, als die neuen optimistischeren Zahlen der IEA vorhersagen.

 

Biokohle: Ein wichtiger Beitrag zur Lösung der Nahrungsmittelknappheit und zum Klimaschutz

Ein Projekt des Wissenschaftsfonds FWF hat den positiven Einfluss des „Düngers der Zukunft“ auf das Ökosystem und den Nährstoffzyklus untersucht. Die Untersuchungen wurden von Biomechanikerin Rebecca Clare Hood-Nowotny des Austrian Institute of Technology (AIT) durchgeführt. Es wurden erstmals auch Feldversuche analysiert: Zum einem im tropischen Boden Kenias (in Kooperation mit dem International Institute of Tropical Agriculture), wie auch an zwei Standorten in Niederösterreich und der Steiermark. Dabei wurde der Stickstoffzyklus in den Bodentypen jeweils mit und ohne Zugabe von Biokohle sowie mit und ohne künstlichem Dünger verglichen.

In beiden Böden, dem tropischen und dem gemäßigten, konnte der positive Beitrag von Biokohle nachgewiesen werden: In den tropischen Böden hatten die Pflanzen mehr Stickstoff zur Verfügung und deren Wachstum wurde dadurch gesteigert. Darüber hinaus wurde die Speicherfähigkeit von Nährstoffen und Wasser verbessert und so der Boden insgesamt stabilisiert. Bei den Feld- und Gewächshausstudien wurden die besten Ergebnisse mit Biokohle in Kombination mit geringen Mengen an anorganischem Dünger erzielt. Bei den tropischen Böden konnte der Ernteertrag auf diese Weise um 75 Prozent gesteigert werden.

Auch für das Klima liefert Biokohle einen relevanten Beitrag: Kohlenstoff wird für Jahrzehnte im Boden gebunden, und mehr Stickstoff verbleibt im Boden, was die Menge an freigesetztem Stickoxid wiederum reduziert.

In meinen Vorträgen betone auch ich immer wieder die Notwendigkeit des Einsatzes von Biokohle: Durch Biokohle können degradierte Böden wieder fruchtbar gemacht werden, um neuen Lebensraum zu schaffen. Dadurch würde sich die Zahl der Klimaflüchtlinge, die aus Regionen abziehen, in denen sich immer mehr Wüsten bilden, sinken. In Regionen, in denen Kämpfe aufgrund knapper Ressourcen herrschen, könnten sich Konflikte entspannen. Es wird immer dringlicher, dass sich die Weltgemeinschaft darum kümmert, die Wurzel der Probleme zu bekämpfen.

 

Berlin, den 20. Oktober 2016

Ihr Hans-Josef Fell

 

 

 

 


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