FELL PRIVAT

Gelebte Ökologie. Unser 1985 fertig gestelltes Holzhaus mit Grasdach ist nach ökologischen und baubiologischen Kriterien errichtet.

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Meine Frau und ich haben uns zusammen mit unseren Kindern dazu entschlossen, unser Haus nach ökologischen und baubiologischen Kriterien zu errichten. Es ist am Klimaschutz ausgerichtet und wird vollständig mit Erneuerbaren Energien versorgt. Der Garten bietet Naturräume für Molche, Libellen, Kröten, Frösche und Ringelnattern im großen Schwimmteich. Unser Haus ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Energy Globe Award 2000. Einzelheiten erfahren Sie in der folgenden Begründung für den internationalen „Solar-Oskar“, Energy Globe Award 2000:

"(...) Wärme, Strombedarf und Mobilität für Fünfpersonenhaushalt vollständig regenerativ gedeckt. Vollständig am Klimaschutz ausgerichtet ist das Wohnhaus der fünfköpfigen Familie von Hans-Josef Fell im unterfränkischen Hammelburg. Strom, Wärme und Mobilität werden vollständig durch erneuerbare Energien bereitgestellt. Lediglich für den Gasherd sucht Ehefrau Annemarie noch einen Anbieter von Biogas aus handelsüblichen Gasflaschen. Nach und nach rüstete die Familie ihr 1985 nach baubiologischen Gesichtspunkten erstelltes Holzhaus mit Grasdach und einer Wohnfläche von 150 m² mit solaren Energietechniken auf."

Die Klimaschutzmaßnahmen und baubiologischen Aspekte werden im Folgenden näher dargestellt.

Baustoffe

1. Holz

Für die Außenwand wurde der Baustoff Holz gewählt. Eine 18 cm dicke Holzwand aus massivem Lärchenholz bildet das Grundgerüst. Eine 2 cm bindemittelfreie Holzfaserplatte schafft die Winddichtigkeit der Außenwand. Im Inneren ist eine 3 cm dicke Lärchenholzverschalung im Blockbohlenprofil angebracht. Die Dämmeigenschaften der Wand entsprechen zwar nicht ganz den heute möglichen Eigenschaften einer hochgedämmten Außenwand. Jedoch ist der errechnete k-Wert von etwa 0,4 eine hervorragende Isolierleistung gegenüber den 1985 noch üblichen Dämmwerten.
Das Holz ist werkseitig mit Borax grundimprägniert. Im Inneren ist keinerlei Holzschutz verwendet worden. Die Außenseite ist einmalig mit Naturfarbe gestrichen, wobei der Anstrich seit 1985 nicht mehr erneuert wurde.
Der Baustoff Holz ist eine wichtige Maßnahme für den angestrebten Klimaschutz, da Holz pro m³ etwa 700 kg der Atmosphäre entnommenes CO2 fest in der Wand bindet.
Beton hingegen setzt bei seiner Herstellung pro m³ etwa 700 kg CO2 aus fossilen Brennstoffen in der Atmosphäre frei.
Das Lärchenholz ist aus heimischen Wäldern, so dass Transportwege und damit verbundene CO2 Emissionen gering gehalten werden konnten.

2. Ziegelsteine

Die Kellerwandungen sind aus Ziegelsteinen. Auch die zentrale Tragwand im Inneren des Hauses ist aus Gründen einer optimalen Wärmespeicherung aus Ziegelsteinen errichtet, die in heimscher Produktion hergestellt wurden. Die Ziegelwände sind mit reinem Kalkputz verputzt. Die Verwendung von energieintensivem Zement konnte so vermieden werden.
Auch die weiße Kalkfarbe enthält keine Binde- oder Lösemittel.

3. Erde, Gras

Das 27° geneigte Grasdach auf der Holztragekonstruktion ist mit einer 1 cm dicken Folie, die den Nässe- und Durchwurzelungsschutz bildet, einer 20 cm dicken Erdschicht und einer nassverlegten Dämmschicht ausgeführt. Das Graspolster besitzt gute Wärme- und Schalldämmeigenschaften.
Zudem wurde das Dach in wichtigen Einzelbereichen mit Schafwolle und Recyclingkork nachträglich 20 cm dick gedämmt.

4. Natureigenschaften

Die Außenwände und das Grasdach bieten einer Fülle von Pflanzen und Tieren Lebensraum. Efeu an der Nord- und Westwand bringt zusätzliche Dämmeigenschaften mit, Knöterich, Rosen, Wein u.a. bieten Nistplätze für Vögel. Auf dem Dach wachsen viele Pflanzen, wie verschiedenste Succulenten, Klee, Majoran, Schafgarbe und viele andere trockenresistente Pflanzen. Viele wertvolle Insekten wie Erdbienen oder Schmetterlinge sind auf dem Dach heimisch geworden.
Im Inneren des Hauses finden sich allerdings keinerlei Insekten, da sie im Außenbereich einen naturbelassenen Lebensraum vorfinden.
Der Garten bietet weitere Naturräume, z.B. für Molche im Teich.
Der Nutzgarten wird auch zum Gemüse- und Obstanbau genutzt. Da dies nach rein baubiologischen Grundsätzen (Kompostnutzung) geschieht, werden weitere CO2 Emissionen eingespart, da zur Erzeugung keinerlei Mineraldünger oder Pestizide verwendet werden. Im Übrigen wird der größte Teil der Lebensmittel von Biobauern aus der Region bezogen, wodurch wiederum CO2 Emissionen im Anbau und Transport der Lebensmittel verringert werden.

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