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Donnerstag, 26. Februar 2009
Finanzdebakel Atomenergie! PDF Drucken E-Mail
Zum Gewinneinbruch und dem Hilferuf nach Subventionen des Atomkonzerns Areva an die französische Staatsregierung erklärt Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher:
Der Gewinneinbruch bei Areva war absehbar, denn Atomkraftwerke sind extrem teuer und unwirtschaftlich. Seit Jahren explodieren die Kosten für den Bau des Druckwasserreaktors (EPR) in Finnland wegen der vielen technischen Probleme. Die vorgebliche Atom-Renaissance erweist sich also schon beim ersten Prestigeobjekt in Finnland als teurer Bluff. Die Kosten des Gemeinschaftsprojekts von Areva und Siemens sind mittlerweile um etwa 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Der EPR erweist sich als Milliardengrab und eben nicht als Goldgrube. Dabei werden die angedrohten Strafzahlungen in Milliardenhöhe für die verspätete Inbetriebnahme Areva weiter belasten. Es ist auch zu erwarten, dass sich das finnische Desaster auf die Ergebnisse des deutschen Atomkonzerns Siemens negativ auswirken wird.

Schon in den 80er und 90er Jahren wurde der weltweite Ausbau der Atomenergie jäh gestoppt, weil die Reaktoren viel teurer wurden als ursprünglich geplant. Es ist kein Zufall, dass im vergangen Jahr weltweit kein einziges neues Atomkraftwerk ans Netz gegangen ist und in den Jahren zuvor mehr Reaktoren abgeschaltet wurden als neue in Betrieb genommen wurden.
Wer heute erneut auf den Neubau von Atomreaktoren setzt, wird die Wirtschafts-, Finanz- und Energiekrise verschärfen, wer auf Erneuerbare Energien setzt, wird diese Krisen lösen.

Das Desaster in Finnland sollte anderen Regierungen eine Warnung sein. Ob in Italien oder Großbritannien: Neue Atomkraftwerke sind nicht nur unsicher, sie kommen die Verbraucherinnen und Verbraucher teuer zu stehen – beim Bau und erst recht bei der Entsorgung des Mülls.
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