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Mittwoch, 25. Februar 2009
Infobrief 04/09 PDF Drucken E-Mail
PV-Preisentwicklung
Die historische Marke ist durchbrochen. Nein, es ist an dieser Stelle
nicht der Dax oder Dow Jones gemeint. Gemeint sind vielmehr die
Kosten zur Herstellung eines Solarmoduls. First Solar hat als erstes
Unternehmen die Marke von einem Dollar je Watt unterschritten.

Zugleich hat das Unternehmen mit weiteren Produktionssteigerungen zusätzliche
Kostensenkungen angekündigt. Damit ist klar, dass die Photovoltaik im nächsten
Jahrzehnt den Durchbruch schaffen wird. Schon zu Beginn des Jahrzehnts wird es
in sonnenreichen Ländern mit hohen Stromkosten billiger sein, sich seinen Strom
mit einer Solaranlage selbst zu erzeugen als teuer vom Energieversorger einzukaufen.
In Deutschland wird dies zur Mitte des Jahrzehnts der Fall sein. Das EEG hat sich
voll und ganz bewährt: Über die Mengeneffekte der Stromerzeugung sinken die Preise.
Über die im Gesetz vorgeschriebene Degression werden die Preise gesenkt. Ende
nächsten Jahrzehnts werden Solaranlage so billig und selbstverständlich sein, dass
an sonnenreichen Tagen der Strom überwiegend mit Sonnenenergie erzeugt werden
wird. Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke passen dann nicht mehr in das
Stromerzeugungssystem. Vor allem Atomkraftwerke können nicht häufig rauf und runter
gefahren werden. Der Atomausstieg macht gerade noch rechtzeitig den Weg frei für
die neuen Energien.

http://www.businesswire.com/portal/site/home/permalink/?ndmViewId=news_
view&newsId=20090224006492&newsLang=de

Gabriel, Asse und das Atomforum

Wenige Tage nachdem Minister Gabriel im Bundestag durchgedrückt hatte, dass die
Entsorgungskosten des Endlagers Asse vollständig vom Bund getragen werden
müssen, forderte er in der Öffentlichkeit das Gegenteil - die Kostenbeteiligung der
Atomkraftwerksbetreiber. Der Effekt war in zweierlei Hinsicht interessant. 1.) Das Atomforum
als Sprachrohr der Atomwirtschaft wies eine Kostenbeteiligung weit von sich. Eine
Kostenübernahme durch die Kostenverursacher kann sich die Atomwirtschaft nicht
einmal vorstellen. 2.) Entgegen der von dem Atomforum verwendeten Zahlen
konnte Greenpeace belegen, dass der überwiegende Teil des in Asse eingelagerten
Atommülls ursprünglich aus Atomkraftwerken stammt.

Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, wieso der Umweltminister damit gedroht hat,
eine Brennelementesteuer einzuführen, für den Fall, dass die Energieversorger nicht freiwillig
ihrer Verantwortung gerecht werden wollen. Gabriel ist sicher klar, dass er eine
Brennelementesteuer in einer großen Koalition nie wird durchsetzen können. Stattdessen
hätte er ganz einfach damit drohen können, dass er die ganzen neuen Subventionen, die er
den Energiekonzernen versprochen hat, solange blockiert, bis diese sich an den
Entsorgungskosten beteiligen. Wieso möchte der Umweltminister eigentlich nicht, dass
seine eigenen Forderungen in den Energiekonzernen ernst genommen werden?

http://www.gruene-bundestag.de/cms/atomausstieg/dok/271/271883.der_laugensumpf.html

Gesetzentwurf zu CCS fördert Energiekonzerne (Abscheidung und Endlagerung von Kohlendioxid)

Das aus der Sicht der Energiewirtschaft bewährte Prinzip „die Konzerne verdienen, der Staat
haftet“ soll jetzt auch bei der CO2-Endlagerung Anwendung finden. Zehntausende von Jahren
soll das CO2 sicher unter der Erde lagern. 20 Jahre sollen die Energiekonzerne haften,
sollte CO2 austreten und zu Schäden bei Mensch oder Tier führen. Danach soll der Staat
haften und damit die Bürger. So sieht dies der Kompromiss zwischen dem Umwelt- und
dem Wirtschaftsministerium vor.

Aber auch diese Haftungsübernahme macht CCS noch nicht wettbewerbsfähig. Damit
die Energiekonzerne auch ganz bestimmt in diese Technologie investieren, die sie täglich
von der Regierung einfordern, soll der Neubau von CCS-Kohlekraftwerken subventioniert
werden. Mit den zusätzlichen Einnahmen können RWE, Vattenfall, Eon und Co dann wieder
europaweit auf Einkaufstour gehen und Konkurrenten vom Markt wegkaufen.

Antrag zu Ökostrom und Biogas jetzt auch im Netz

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/119/1611964.pdf

Die Grünen in Griechenland sind im Aufwind

Nach stabilen Umfragen um die 4%, könnten sie erstmals bei den Europawahlen die in
Griechenland geltende 3% Hürde schaffen.

In der Region Kozani fanden interessante Gespräche mit BürgermeisterInnen und
BürgerInnen in den durch die Braunkohlenutzung vom Abbaggern bedrohten Dörfern statt.

Was noch alles in Griechenland passiert ist lässt sich in dem Reisebericht Griechenland
nachlesen.

http://www.hans-josef-fell.de/cms/content/view/375

Das ABC grüner Energiepolitik
Fell informiert in Folge 1: A wie Atomenergie

Die CDU beschließt auf ihrem Parteitag, dass es mit ihr keine neuen Atomkraftwerke geben
soll. Kurze Zeit später machen die stellvertretende Vorsitzende Katherina Reiche und der
CDU- Generalsekretär Ronald Pofalla sich für den Neubau von Atomkraftwerken stark.

Mehr unter:

http://www.youtube.com/user/fellvision?gl=DE&hl=de

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